In diesem Beitrag geht es um das was wohl bei einigen den Schaum vor den Mund treibt – die bonzige Reichenkarre (geht doch immer ums Auto). Vor der Anschaffung meines bisher, im Listenpreis, teuersten Autos bisher habe ich bereits eine Rechnung aufgestellt und nun etwas über 1,5 Jahre später habe ich eine Aufstellung der tatsächlichen Kosten gemacht.

Bevor es an die Details geht, als erstes die nackten Zahlen

Das erstmal erstaunliche Ergebnis: Das 115.000 Euro Auto das ich selbst zahlen muss ist in 10 Jahren lediglich knapp 700 Euro (oder 60 Euro pro Jahr) teurer als der geschenkte Passat von vor fast 20 Jahren. Tatsächlich ist das Model S eigentlich sogar deutlich günstiger (rund 13.000 EUR), dazu später aber mehr.

Daher komme ich zu dem Ergebnis, dass jedes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor – selbst ein kleiner Dacia oder Polo – für mich teurer wären als mein Tesla Model S. Sicher ist mein Nutzungsverhalten nicht auf jeden übertragbar, aber es geht auch hier nicht um jeden, sondern um meine Realität 😉

Und nun die Details

Da manche Zahlen evtl. etwas verwirrend scheinen mögen möchte ich für jedes Auto einzeln kurz dessen Geschichte und wie es zu diesen Kosten kommt niederschreiben.

Die Autos

Ja, als Autoverrückter haben alle meine Autos einen Namen inkl. Taufzeremonie bekommen. Aber der Tesla ist das erste Auto dem ich auch tatsächlich seinen Namen im Auto hinterlegen konnte 🙂

Mein erstes Auto: VW Passat (Arthur)

Mein erstes Auto habe ich von meinem Vater, kurz nach dem ich meinen Führerschein erworben habe, geschenkt bekommen – inkl. Versicherung und Steuern. Natürlich kein Neuwagen sondern knapp 80.000km auf der Uhr. Nach zwei Jahren hat er sich allerdings leider in die Totenstarre verabschiedet, Unfall im Winter am Feldberg.

In diesen 2 Jahren habe ich aber mit 270.000km (135.000km pa.) auch gleichzeitig meinen persönlichen Rekord an Jahresfahrleistung aufgestellt.

Er hat sich auch sehr tapfer geschlagen – keine Reparaturkosten, nur reguläre Wartung.

Die Treibstoffkosten sind allerdings falsch. Meine üblichen rund 70.000km pro Jahr haben sich erst mit meinem zweiten Auto eingependelt, aber weil dies sonst die einfache Aufstellung sprengen würde habe ich für alle Autos mit meiner durchschnittlichen Fahrleistung gerechnet. Da ich mit dem Passat 270.000km gefahren bin hatte ich rund 17.500 Euro Kosten und nicht 10.100 Euro. Und damit bleibt auch das Model S das, in meinem Nutzungsverhalten, günstigste Auto überhaupt.

Günstiger ist der Passat nur weil ich ihn nicht selbst bezahlen musste und auch keine Versicherung (zum damaligen Zeitpunkt rund 300 Euro pro Monat) und keine KFZ Steuer zahlen musste. Auch die typischen Kinderkrankheiten wurden in den ersten 80.000km die mein Vater das Auto fuhr repariert. Wäre all das nicht gewesen wäre er auch ohne Hotel Tesla teurer als mein jetziges Model S.

Jetzt steht mein erstes Baby (das mir ultimativ auch das Leben gerettet hat) in der Garage und wartet auf seine Reinkarnation als Elektroauto. Ein Projekt für einen eigenen Blog 😉

Mein zweites Auto: VW Phaeton (Ares)

Nach dem Unfall hatte ich ein begrenztes Budget (20.000 EUR) für ein neues Auto. Spaßeshalber habe ich mich auch ein paar Klassen höher bei den Gebrauchtwagen umgesehen und bin so auf meinen Phaeton gekommen.

Der hat natürlich ein „klein wenig“ mehr geschluckt als der Passat, aber mit 9,5l / 100km für einen V10 Diesel mit über 300 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von über 300km/h und einem Kampfgewicht jenseits der 2,5t noch ganz passabel.

Einige mag die niedrigen Wartungskosten wundern. Das lag nicht unbedingt daran, dass nichts zu machen gewesen wäre (ganz im Gegenteil, die Werkstattkosten sind unvorstellbar – gut, Oberklasse halt). Aber ein riesengroßer Vorteil des V10 (und das war der einzige Grund warum ich mir dieses Auto leisten konnte) ist die enorme Wartungsfreundlichkeit. Alle Standardsachen (Ölwechsel, Filter, etc.) konnten ohne Werkzeug oder einer einfachen Zange selbst erledigt werden.

Allerdings schlug auch ein defektes Luftfederbein mit 12.000 EUR zubuche und dabei hatte ich noch Glück einen BJ2003 zu haben, denn ein Jahr später hätten alle vier Federbeine gewechselt werden müssen.

Über 10 Jahre gerechnet würde er aber mehr als das Doppelte als mein Model S kosten… das ist schon eine Hausnummer. Das erstmal theoretisch berechtigte Argument, dass ich die Reparaturkosten der Luftfederung ja nicht mitskalieren könne lasse ich allerdings nicht gelten, da mit über 300.000km auf der Uhr auch die Erneuerung der PD-Injektoren bald angestanden hätte. 7.000 EUR alleine an Materialkosten. Turbolader wären bald fällig, genauso wie AGR-Anlage, … und an allem hängt der Ausbau des Motors in diesem wahnsinnigen Motorraum – Arbeitskosten alleine für den Motoraus- und -einbau jedes Mal: 2.500 EUR.

Auch Ares habe ich noch, allerdings im verdienten Ruhestand. Mit ihm habe ich so viel erlebt und er hat mir so oft den Hintern gerettet, dass ich ihn nicht verschrotten lassen kann.

Mein drittes Auto: VW Amarok (Mjølnir)

Bevor die Reparaturkosten mir das Genick gebrochen hätten kam dann der Amarok. Mal etwas komplett Anderes. Und er war unheimlich praktisch und toll im Dreck zu fahren.

Aber natürlich alleine durch die Bauform und dem Krempel auf dem Dach kein Spritsparwunder. Ein sehr nerviges Erlebnis mit den Garantiebestimmungen und dem Serviceverhalten von VW hatte ich auch nachdem sich ein Produktionsfehler des Getriebes bemerkbar machte und Marder liebten ihn ebenso wie ich.

Von ihm habe ich mich als einziges bisher getrennt. Nach vier Jahren Leasing ging er zurück an VW.

Mein aktuelles Baby: Tesla Model S (Thor)

Durch die gute Restwertentwicklung und einen definierten Restwert (50.000 EUR) konnte ich die Leasingrate praktisch gleich halten wie die meines Amarok. Die Leasingdauer ist allerdings 5 statt 4 Jahren.

Die Treibstoffkosten sind hier natürlich der Strom und da ich ihn noch mit lebenslang kostenlosem Supercharging (Teslas weltweites Schnellladenetzwerk) bekommen habe beziehen sich diese Kosten auf meine Stromkosten daheim und öffentliches Laden.

Ich habe von NaturEnergie den Tarif NaturEnergie 12 XL (100% Wasserkraft) mit Doppeltarif (HT 24ct/kWh, NT 18ct/kWh). Im Jahr lade ich daheim etwa 4.700 kWh (846 EUR), die Differenz zu den rund 1.060 EUR sind relativ seltene öffentliche Ladevorgänge (deutlich teurer als daheim).

Als EV ist es natürlich 10 Jahre von der KFZ Steuer befreit. Lustigerweise habe ich btw. den Steuerbescheid vom Finanzamt einen Tag früher als überhaupt das Auto bekommen. Beim Geldeintreiben sind sie schnell… Nach den 10 Jahren kostet ein Model S75D übrigens etwa 70 EUR pro Jahr.

Unter Wartung fiel bisher lediglich Waschen und Hübsch machen an. Reparaturen waren auf 80.000km bisher keine fällig. Selbst wenn etwas kaputt gegangen wäre hätte dies die, extrem kulante, Garantie von Tesla abgedeckt (gewechselt wurde lediglich eine Türverkleidung wg. Blasenbildung). Kürzlich habe ich auch mal meine Bremsen kontrolliert: noch über 10mm auf den Bremsbelägen. Ich war schon immer durch meinen sehr hohen Autobahnanteil sehr gnädig zu Bremsen, aber die üblichen 200.000km bis bei einem EV mal die Beläge gewechselt werden müssen werde ich aller Voraussicht deutlich überschreiten.

Selbst ohne Hotel Tesla ist das Auto für mich das Günstigste bisher, aber der Hammer kommt gleich…

Hotel Tesla

Ich bin im Jahr etwa 100 Nächte (mal mehr, mal weniger) auswärts aus diversen Gründen unterwegs (Geschäftlich, Privat, …). Da ich meine privaten Hotelrechnungen idR. nicht aufhebe habe ich für diese Gegenüberstellung den Durchschnittspreis einer geschäftlichen Hotelübernachtung aus den letzten 4 Jahren gebildet (eigentlich bilden lassen, unser Steuerberater hat ja alle Daten): 80,40 EUR pro Nacht. Selbes Spiel mit der Anzahl der Hotelübernachtungen, +- Komma irgendwas: 100.

So kommt die Summe von 8.040 EUR pro Jahr zusammen. Nur mal zum Vergleich, die Leasingkosten des Autos pro Jahr sind 10.300 EUR – dh. ich fahre 80% des Jahres kostenlos mit dem Auto. Ich spare mehr an Hotelkosten als ich mit meinen Autos vorher an Spritkosten hatte (die tw. ebenfalls fast alleine schon so viel wie das Leasing des 115k Autos betrugen!).

In der Tabelle gibt es zu den Gesamtkosten nach 1, 5 und 10 Jahren jeweils die Zeile Gesamt 2. Diese Zeile enthält zusätzlich zu den Fahrzeugkosten auch die Hotelkosten. Und berücksichtige ich diese gesparten Kosten (warum auch nicht, ich spare sie ja tatsächlich ein) ist mein Model S, für mein Nutzungsverhalten, das günstigste Fahrzeug überhaupt. Ganz abgesehen von all den anderen Annehmlichkeiten (Umwelt, Komfort, Fahrleistungen, Zuverlässigkeit, …) über die ich hier bestimmt auch noch berichten werde.

Geht das nicht auch mit einem anderen Auto?

Nicht wirklich. In meinem Amarok und Phaeton hatte ich eine Standheizung. Die lief allerdings max. 30 Minuten und nach 4 Aktivierungen wäre die 12V Batterie leer gewesen. Und dazu heizt sie auch nur, was mache ich im Sommer? Und: Der Phaeton hatte keine umklappbare Rückbank und dem Amarok hätte ich erst einen Aufbau für die Ladefläche verpassen müssen.

Verbrenner scheiden für mich zwar mittlerweile so oder so durch die enormen Vorteile eines EV aus, aber spätestens durch die fehlende Möglichkeit der Dauerklimatisierung würden sie so oder so ausfallen. Und selbst wenn es die gäbe, besonders lustig wäre das bestimmt nicht in einer geschlossenen Garage.

Und ein anderes Elektroauto? Naja, hier könnte ich die vielen Vorteile eines Teslas aufzählen (mache ich evtl. auch noch in einem separaten Post), aber bei welchem anderen EV lässt sich die Klimaanlage ohne am Stecker zu hängen zumindest eine ganze Nacht lang aktivieren? Bei 2kW Leistung und im Schnitt 8 Stunden Laufzeit sind das 16kWh, die Hälfte was bei nicht-Teslas gerade so üblich ist.

Fazit

EV super, Tesla supergeil, Verbrenner doof, Schlafen im Auto – supergeil!

Die Details zum „Wie“ gibt es in meinem nächsten Post 🙂

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