Im September 2017 war es endlich so weit … Mein altes Auto, ein VW Amarok, ging endlich zurück an die Leasing und ich durfte mein Tesla Model S in Stuttgart im Service Center entgegennehmen.

Jetzt, knapp 80.000km und einige Verrücktheiten später komme ich endlich dazu auch mal etwas darüber zu erzählen. Der vermutlich größten Verrücktheit widme ich sogar diesen Blog: Mein Hotel Tesla.

Die wichtigsten Fragen kläre ich vielleicht direkt zu Anfang:

  • Nein, ich bin nicht pleite
  • Nein, ich bin auch kein Millionär
  • Ja, ich habe auch eine „normale“ Wohnung
  • Ja, ich bin ein Fanboy, aber ich kann auch kritisieren
  • Ja, ich habe einen Dachschaden

Um was geht es denn überhaupt?

In diesem Blog möchte ich Interessierten einen Einblick darüber geben was es bedeutet rund 100 Nächte im Jahr (mal mehr, mal weniger) in seinem „Auto“ zu schlafen. „Auto“ deswegen, weil ein Tesla zum Einen eigentlich eher ein Computer ist der zufälligerweise vier Räder bekommen hat und zum Anderen, weil gerade das Schlafen in einem Tesla etwas anders ist als in so gut wie allen anderen Autos die ich kenne.

Warum mache ich das?

Ja, warum nicht? Just because.

Weil ich mir ein Hotel nicht leisten kann?

Wie schon geschrieben, reich bin ich nicht, aber offensichtlich nage ich auch nicht am Existenzminimum. Also irgendein Zimmer könnte ich mir auf Reisen durchaus leisten. Aber irgendwann, kurz bevor das Schlafen im Tesla ein offizielles Feature wurde, stellte ich mir die Frage wozu ich eigentlich ein Hotelzimmer brauche bzw. was gibt mir ein Hotelzimmer was mir das Auto nicht geben kann.

Was ist anders?

Wenn ich beruflich oder privat (außer im Urlaub) unterwegs bin gibt es eigentlich nur zwei Dinge die ich in einem Hotelzimmer mache: Schlafen, oder arbeiten (als Softwareentwickler üblicherweise mit dem Laptop). Das sind zwei Tätigkeiten die ich definitiv auch im Auto ohne Komfortverlust durchführen kann. Ich laufe keinen Marathon in einem Hotel für das ich ein großes Zimmer bräuchte.

Zum Essen muss ich in den meisten Hotels sowieso mein Zimmer verlassen, mit dem Auto fahre ich einfach dort hin wo es Essen gibt, oder koche mir etwas im Auto.

Im Auto habe ich eine Klimaanlage die ich solange laufen lassen kann wie ich möchte (Camper-Mode), in den meisten „normalen“ Hotels habe ich diesen Komfort nicht. Und bei 100+ Nächten in Hotels pro Jahr habe ich schon einige negative Erlebnisse mitgemacht, von halb erforen im Winter, bis dahingeschmolzen im Sommer.

Aber ein ordentliches Bett brauche ich doch zum Schlafen?! Ja, sehe ich genauso – deswegen habe ich auch ein ordentliches Bett im Auto! (dazu mehr in einem späteren Post).

Aber wird man da nicht beobachtet? Ist das nicht etwas creepy? Creepy sind vllt. die Leute die Nachts in fremde Autos schauen, aber gegen unliebsame Blicke habe ich mit getönten Scheiben und einem Vorhang vorgesorgt (dazu mehr in einem späteren Post).

Ist das nicht illegal? Jaein. Wildes Campen, oder Campen auf einem regulären Parkplatz ist tatsächlich in den meisten Gemeinden Deutschlands und anderen Ländern nicht erlaubt. Was ich mache ist allerdings alles Andere als Campen. Ich baue keine Stühle, Duschen, Feuerstellen oder ähnlich auffällige und „invasive“ Dinge auf. Zudem stehe ich nicht jede Nacht am selben Ort und hinterlasse einen Parkplatz so wie ich ihn vorgefunden habe – oder sauberer. Und im Zweifelsfall habe ich als verantwortungsvoller Verkehrsteilnehmer einfach nur ein Nickerchen gemacht weil ich mich während der Fahrt plötzlich nicht mehr fit genug für die Weiterfahrt gefühlt habe. Das ist mir in über 200 Nächten nicht ein einziges Mal passiert.

Und … wo duscht man? Das ist tatsächlich der einzige Punkt der etwas „unbequem“ ist, aber auch nicht unlösbar. Ich hatte bisher alles dabei, duschen beim Kunden der für Fahrradfahrer extra Duschen anbietet, am Campingplatz, im Fitnessstudio, im Hallenbad, … Man wird mich nicht plötzlich irgendwo am Straßenrand nackt mit einem Wassereimer finden – dafür bin ich dann doch noch „zu normal“.

Und weiter?

In meinem nächsten Post werde ich meine Reiseausstattung und mein Bett vorstellen, etwas mehr über das Auto berichten und – für mich immernoch das wahnsinnigste an der ganzen Sache – eine Kostenaufstellung und die überraschenden Folgen einer eigentlich so kleinen Entscheidung.

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